Page 50 - Schönberg im Sommer 2023
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aber auch viel Konkurrenz durch andere
Vereine etwa in Kiel eingebracht, weiß er.
„Früher“, sagt Steffen, „konnte man bei
den Turnieren, die wir hier in Schönberg
gespielt haben, noch Punkte für die deut-
sche Rangliste holen“. Turniere spiele
der Verein zwar immer noch, aber der
Leistungssport habe inzwischen für die
jetzt noch 108 aktiven Mitglieder eine
untergeordnete Bedeutung. „Klar, wir
haben Mannschaftsgeist“, sagt Steffen,
„und wenn wir Turniere spielen, halten
wir zusammen“. Aber es gebe neben
dem Gewinnen noch andere Dinge, die
beim Tennis mindestens ebenso wichtig
seien – wie etwa das gemeinsame Essen
nach einem Turnier: „Das ist eine eiserne
Regel beim Tennis“, erklärt Axel Steffen:
„Bei Punktspielen sind wir den ganzen
Tag zusammen, spielen Einzel und Dop-
pel … und anschließend setzt man sich
50 Jahre Tennisclub zusammen, um gemeinsam zu essen und
zu trinken. Immer. Ohne Ausnahme. Das
ist eine klare Regel und hat Tradition im
Probstei: Traditions- Tennis.“
Überhaupt seien Sport und Clubleben
sport, modern gelebt heute vor allem „ein geselliges Tennis-
spielen“, betont Axel Steffen. Und: Tennis
sei überhaupt kein elitärer Sport mehr.
„Das mag früher so gewesen sein, aber
Tennis hat sich gewandelt“, weiß Steffen.
Der „Tennisclub Probstei“ (TCP) Schön- Jede und jeder sei im TCP willkommen,
berg wird 50 Jahre alt. Mehr als die Hälf- sei es, um nur mal hereinzuschnuppern,
te dieser Zeit bekleidet der Schönberger ein paar Male mitzuspielen oder mehr
Axel Steffen ein Vorstandsamt, heute ist daraus werden zu lassen. „Auch Urlau-
er 1. Vorsitzender und Kassenwart des
TCP. Er erinnere sich noch gut an die rau- ber sind uns willkommen“, betont Axel
Steffen. Für jene, die zwischen Strand
schende Ballnacht, die er als damals 2. und Restaurantbesuch eine Runde spie-
Vorsitzender zum 25. Jubiläum organi- len möchten, gibt es gegen einen Obolus
siert hatte. Jetzt möchten die Mitglieder Gästekarten, mit denen Urlauber einen
wieder feiern. „Nicht so groß“, sagt Axel der fünf Plätze auf der TCP-Anlage nutzen
Steffen, „aber wieder mit Gästen, Freun- dürfen.
den und in familiärer Atmosphäre“ – eben Die Atmosphäre im TCP beschreibt Axel
so, wie das ganze Vereinsleben im TCP Steffen als entspannt, freundschaftlich und
abläuft. familiär. Vorstandssitzungen spiegelten das
Steffi Graf und Boris Becker – wer kennt wider: „Meist sitzen wir bei mir am Kamin
diese Namen nicht? Zwar sind beide und besprechen dort harmonisch alle Ver-
deutsche Tennislegenden längst im einsangelegenheiten“, verrät Axel Steffen.
sportlichen Ruhestand, aber ihre vielen Und in eben solcher Atmosphäre soll auch
internationalen Turniersiege sind unver- der 50. Geburtstag des TCP begangen wer-
gessen und haben sie in den 1980er- und den: „Eine Grillparty mit Gästen und Freun-
1990er-Jahren zu Legenden des Tennis- den auf unserem Vereinsgelände, entspan-
sports gemacht. „Beide haben das Tennis ntes Zusammensein im Clubheim – das ist
in jener Zeit enorm populär werden las- es.“
sen und es sind viele Tennisvereine ent- Und die Zukunft des Vereins? „Zunächst
standen“, erinnert sich Axel Steffen. Die- wünsche ich mir neue Mitglieder“, sagt
ser Boom habe zwar dem am 29. März Axel Steffen. Zwar gebe es eine aktive
1973 gegründeten TCP in der Spitze zu
Jugendarbeit im Verein, aber beim TCP
rund 350 aktiven Mitgliedern verholfen, sei es nicht anders als in vielen anderen
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